Traum? Reise! Kuba unser größtes Abenteuer… Havanna

… bezaubernd und doch irgendwie verwirrend!

Havanna Plaza Catedral - Life is a Journey

Kuba war immer eines meiner Wunschziele… Warum? Tja, dass weiß ich eigentlich auch nicht so genau, aber ich wollte unbedingt das ursprüngliche, stolze, temperamentvolle Land kennenlernen bevor die erste McDonnalds Leuchtreklame hier in den Boden gerammt wird. Was soll ich sagen… fernab von Sternehotels und All Inklusive haben wir es gefunden und uns auf Anhieb verliebt in ein Land und seine Einwohner, die mit einer unvergleichlichen Mischung aus Lebensfreude, ganz viel Musik im Blut und immer einem kleinen bißchen Melancholie so sympathisch und doch irgendwie faszinierend paradox sind!

“Das ist jetzt nicht dein Ernst” höre ich meinen Mann sagen als wir in Havanna in eine ungeteerte Seitenstraße mit unseren Koffern abbiegen. Unvermittelt bleibe ich vor einem schmalen, rosa farbenen Hauseingang stehen und verkünde voller Stolz: “Doch … Ich glaube das hier ist es!” Noch bevor mein Mann weitere Bedenken vortragen kann hat sich ein zahnloser Kubaner schon meinen Koffer geschnappt und schleppt ihn das enge Treppenhaus hoch. Ich finds nett, mein Mann naiv… Vor dem vergitterten Eingang schreit der nette, kleine Mann ein paar mal nach Marita, womit sich auch die Frage, wo wir hier eigentlich klingeln müssen, erübrigt hat. Eine adrette ältere Dame fragt uns irgendwas auf spanisch… Ich verstehe nix, antworte aber brav mit “Si” und schon stehen wir in der Wohnung. Das Trinkgeld hat sich der kleine, zahnlose Mann jetzt echt verdient wo der Koffer fast so groß war wie er selbst! Eigentlich hatten wir Marita erwartet. Mit ihr hatte ich von Deutschland aus die Buchung erledigt und sie konnte hervorragend deutsch. Die war aber offensichtlich nicht da und ihre Nachbarin schmiss solange das Geschäft. Die wiederum sprach aber nur spanisch… Erst jetzt kam mir in den Sinn, dass eine Tour durch Kuba ohne spanisch Kenntnisse recht abenteuerlich werden könnte. Aber wofür kann man italienisch? Sie also spanisch, ich italienisch und mein Mann… vollkommen sprachlos! Am Ende hatten wir unser Zimmer und endlich auch Augen für die hübsche Kolonialstil-Unterkunft in der wir hier gelandet waren. Willkommen in Havanna in unserer ersten “Casa particular” der Casa Marivelli.

 

Casa Marivelli - Life is a Journey

Eine “Casa Particular” ist im Endeffekt nichts anders als bei Kubanern zu Hause zu wohnen… also quasi die kubanische Bed & Breakfast Variante. Diese “Casas Particulares” müssen offiziell vom Staat lizensiert werden und man kann sie dann an einem kleinem Schild mit blauen Anker erkennen, das meistens an der Eingangstüre hängt. Für unsere Art des Reisens also goldrichtig… wenn nur das mit dem Spanisch nicht wäre! Für Havanna hatten wir 2 Nächte und 2 Tage geplant und wollten natürlich soviel wie möglich sehen!

Trompeter Malecon - Life is a journey

Bei einem abendlichen Spaziergang vom Malecón bis zur Altstadt Havannas, genannt Habana Vieja, wurden wir magisch von der Stimmung auf der Plaza Catedral angezogen. Spontan blieben wir und bekamen einen Tisch auf dem Balkon des Restaurants “El Patio”. Hier hätte ich Stunden sitzen, gucken und der Musik aus dem Innenhof zuhören können! Und es gab auch den ersten Mojito… von denen sollten wir die nächsten 2 Wochen noch so einige trinken!Havanna Plaza Catedral - Life is a Journey

Am nächsten Morgen war der Wecker überflüssig! Der Papagei in der Küche lieferte sich einen lauthalsen Wettstreit mit einem Hahn… was solls, wir wollten eh früh raus um etwas von Havanna zu sehen! Die Vertretung von Marita machte uns Frühstück mit frischen Früchten und allem was man so braucht. Unsere erste Anlaufstelle, Havannas älteste Zigarrenfabrik: Die Real Fábrica de Tabacos Partagás. Die 45 minütige Tour war super interessant und es gab vom Blätter sortieren übers Rollen, Pressen und Verpacken alles zu sehen.Partagas - Life is a journey

Normalerweise bin ich wirklich kein Fan von “Hop on Hop off” Touren, aber in Havanna machte ich eine Ausnahme! Denn nur so bekommt man in kürzester Zeit ein umfassendes Bild von der Stadt voller Gegensätze. Liebevoll hergerichtete Kolonialbauten wechseln sich mit komplett verfallen Häusern ab. Auf riesige Plätze mit “Che” Guevara Bildnissen und Fidel Castro Propaganda folgen kleine Gassen und schöne Parks. Auch wenn der Bus wirklich schon bessere Tage gesehen hatte, wir waren beindruckt!Havanna Che Guevara- Life is a Journey

An der vorletzten Station am Parque Cespedes beendeten wir unsere fröhliche Busfahrt und schlenderten über den quirligen Markt auf dem es allerhand – vom Voodoo Zubehör, über Kunsthandwerk und Instrumente – zu kaufen gab. spätestens hier war es auch wieder höchste Zeit für einen Mojito… Ja, wenn der auch immer so günstig ist (ca. 1€) warum soll man auch was anderes trinken?! Bis zum frühen Abend ließen wir uns durch die Altstadt treiben und erlebten zwischen Plaza Catedral und Plaza Vieja so einiges Skuriles… Wir ließen uns von einem Kubaner bequatschen – soweit das mit unseren rudimentären spanisch Kenntnissen möglich war – einen Eisenbahnwaggon zu besichtigen. Für ein lächerliches Trinkgeld legte er sich ins Zeug und erklärte bis ins kleinste Detail sämtliche Funktionen des “Präsidentenwagens” … nur konnten wir so gut wie nichts verstehen, aber das machte ihm scheinbar gar nichts aus und wir machten mit und erwärmten sein Herz mit Ausrufen wie “Oh Sì?” und “mui interessante!”. Es war definitiv wieder Mojito Zeit!Havanna Wagon Fidel- Life is a Journey

Auf der Plaza Vieja fanden wir eine spitzen Brauerei mit wunderschönem Ambiente und natürlich Live Musik. So konnten wir ein willkommenes Päuschen auf diesem wunderschönen Platz genießen. Das selbstgebraute Bier in der Taberna de la Muralla war nach dem dritten Mojito genau richtig und so ging es leicht beduselt zur nächsten Sehenswürdigkeit aus einer andern Zeit… der Cámara Oscura.Factoria Plaza Vieja - Life is a journey

Wir wussten eigentlch nicht so recht was uns erwartet als wir in den Aufzug auf den Turm zur Cámara Oscura stiegen. Die Dachterasse mit Ausblick auf die Stadt war aber schon einmal vielversprechend also fröhlich weiter! Was jetzt kam ist schwer zu beschreiben und gibt es wohl nur sehr, sehr selten… In einem dunklem Raum werden 360° live Bilder der Stadt auf eine Leinwand projeziert während man auf englisch und spanisch Erklärungen zur Architektur lauscht. Auch über große Entfernungen sind so kleinste Details sichtbar und so sieht man live Bettlaken im Wind wehen und hört Mopeds knattern. Herllich skuril… auch ohne Mojito!Dachterasse Camera Obscura - Life is a journey

Und da wären wir auch wieder beim Thema! Was natürlich nicht fehlen durfte bei unserem Havanna Besuch war ein Abstecher ins Floridita! Schließlich galt die Bar mal als die beste der Welt und schon Hemingway schlurfte hier Daiquiri.Havanna Floridita - Life is a Journey

Bei Live Musik und wirklich nettem Ambiente ließen wir uns also auf den nächsten Drink nieder und waren uns einig, dass wir die Zeit in Havanna perfekt genutzt hatten! Am nächsten Tag sollte es dann mit dem Mietwagen weiter gehen zum “Valle de Vinales”, aber das gibts dann im nächsten Beitrag!

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