Italienspecial Teil III – Von Südtirol nach Rom

Florenz Piazzale Michelangelo - Life is a journey

Vom Gardasee ist es nur eine kurze Fahrt bevor wir die ersten sanften Hügel  der Toskana erreichen. Hier im Norden sieht man Wein und Oliven vor stahlblauen Himmel soweit das Auge reicht. Je weiter wir dann in die südliche Toskana vordringen, schießen Zypressen pfeilgerade aus goldenen Feldern in die Höhe und säumen Einfahrten zu unwirklich hübschen Anwesen… also eigentlich genauso wie man es sich vorstellt, nur irgendwie noch schöner!

Volterra - Life is a journey

Sowohl kulturell als auch kulinarisch sucht dieser Landstrich in Italien wirklich seinesgleichen. Wunderschöne Städtchen wie Lucca oder San Gimignano aber auch quirlige Strandorte wie Viareggio reihen sich wie Perlen auf unseren Weg von Norden nach Süden. Aber erstmal der Reihe nach 😊

Unser erster Stopp ist ein kleines Agriturismo in den Hügeln von Lucca mit atemberaubender Aussicht. Die Fattoria di Petrognano. Hier wird bestes Olivenöl und natürlich auch Wein hergestellt. Zugegeben ist dies bei der Wahl unserer Unterkunft nicht ganz unwichtig. Die Besitzerin ist so herzlich, dass wir sofort das Gefühl haben zur Familie zu gehören und es folgt prompt eine Einladung zu einer kleinen Führung… sogar durch die eigentlich ausschließlich privat genutzte Villa. Zugegeben, meine italienisch Kenntnisse sind hier definitiv der Türöffner. Offen stehen bleibt uns dann aber auch der Mund bei dem Anblick der Deckenmalereien und des zufällig entdeckten Fotos der Besitzerin mit der Queen von England… kein Witz! Die hat sich das hier auch mal zeigen lassen… wir sind sprachlos.

Zum Essen wird uns der „Country Club“ nebenan empfohlen, welcher sich als Pferdehof mit privat geführten Minirestaurant entpuppt. Gegessen wird was es gerade gibt und Wein, Limoncello und Grappa werden sofort mit auf den Tisch gestellt. Nicht nur die ursprüngliche Küche, die hohe Qualität und die Gastfreundschaft sind unschlagbar sondern auch die Preise!

Unsere Ausflüge von hier führen uns zuerst nach Lucca. Hier vertrödeln wir den Tag mit Fahrrädern mit denen wir die kleine charmante Stadt auf der Stadtmauer umrunden. Wir besuchen den Wochenmarkt und lassen uns treiben.

Luca - Life is a journey

Pisa besuchen wir erst am Abend, denn ab ca. 17:30h verschwinden die meisten Touristenbusse aus der Stadt und das Parken ist frei. Die Stadt selber muss man ehrlich gesagt nicht gesehen haben, aber der schiefe Turm ist schon aufgrund der Touristen die sich damit in den verrücktesten Positionen fotografieren lassen ein riesen Spaß! Natürlich konnte ich auch nicht anders…

Pisa - Life is a journey

Als wir bereits im Dunkeln in unser Agriturismo zurückkehren und nochmal die Aussicht genießen wollen, säumen 100te Glühwürmchen den Garten. Ich bin komplett verzaubert und sinke vollkommen platt in den Schlaf.

Am nächsten Tag wollen wir ein bisschen Strandluft schnuppern und machen einen Abstecher nach Viareggio. Nun muss man zum italienischen Strandleben folgendes sagen: Was die Italiener an Organisation sonst vermissen lassen, holen sie hier definitiv wieder auf! Irgendwo sein Handtuch hinlegen und die Sonne genießen… Fehlanzeige! Jeder Strandabschnitt (Bagno) hat seinen eigenen Bagnino (sagen wir mal Bademeister) und der sorgt für Ordnung. Wer sich hier sonnen will, der muss einen Liegestuhl mieten… basta! Und dann heißt es natürlich „Bella Figura“ machen, denn das Motto ist sehen und gesehen werden. Dazu allerhand Action von Wassergymnastik bis zu den unermüdlichen Händlern und selbstverständlich Dauer-Handybeschallung. Klingt anstrengend? Nicht wenn man sich darauf einlässt und ganz ehrlich, dass musss man eigentlich mal mitgemacht haben.

Viareggio - Life is a journey

Vollkommen erschöpft vom vielen Bauch einziehen machen wir uns auf den Rückweg in unser beschauliches Agriturismo und genießen als Abschied ein Picknick. Die Pannini hat die Besitzerin uns höchst selbst gemacht und alles liebevoll mit Wein und Oliven in einen Korb gepackt. Was für ein schöner Abschluss bevor es weiter Richtung Florenz geht.

Wenn ich an die Hauptstadt der Toskana denke, dann fällt mir unweigerlich zuerst die markante Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore ein die auch vor Ort allgegenwärtig ist. Leider haben wir nur einen halben Tag Zeit und haben uns vorgenommen es trotzdem ganz entspannt anzugehen. Vom Piazzale Michelangelo hoch über der Stadt werfen wir erstmal einen Blick auf die sogenannte „Wiege der Renaissance“ und sind beeindruckt. Nicht nur vom Ausblick sondern auch von den Touristenmassen und den asiatischen Brautpaaren die hier oben den perfekten Fotospot suchen.

Florenz Piazzale Michelangelo - Life is a journey

Wir wagen uns also ins Getümmel der Stadt und schlendern die Hotspots ab. In die Kathedrale kommen wir ohne Eintritt zu zahlen, vorausgesetzt man hat die Schultern bekleidet und keine zu kurzen Sachen an. Langsam meldet sich jedoch der Hunger und da wir nicht viel Zeit haben gibt es die leckersten Panini bei „I Fratelli“ standesgemäß mit einem Glas Wein im Stehen. Natürlich darf ein Blick auf die berühmte Ponte Vecchio nicht fehlen, bevor es schon wieder weiter geht… beim nächsten Mal bleiben wir länger!

Unsere nächste Unterkunft liegt im Herzen der Toskana und genauso ist auch wieder der Empfang: familiär und herzlich! Unsere Tochter ist schockverliebt in den Familienhund Maja und mein Mann in den grillbegeisterten Besitzer Davide mit dem sofort die Details für das Grillen eines Bistecca Fiorentina am Folgeabend geklärt werden! Zeit für mich die traumhafte Aussicht zu genießen…läuft! Eine ganze Woche faulenzen wir hier im Agriturismo Savernano und machen Ausflüge in die nähere Umgebung. Denn es gibt einen Pool und jede Menge zu sehen. Abends verwöhnt uns Eva mit selbstgekochten 3 Gänge Menüs und jeder Menge eigenem Chianti und natürlich Olivenöl. Wir wollen nie wieder weg!

Unsere Ausflüge führen uns von hier aus immer durch die spektakulär schöne Chianti Region nach Volterra, San Gimignano und natürlich Siena. Schon allein der Weg mit dem Auto ist ein Highlight! Besonders San Gimignano ist bereits von Weitem ein Hingucker mit den vielen Türmen die wie Miniatur-Wolkenkratzer aus der mittelalterlichen Stadt in den Himmel ragen. Hier sollte man sich auf keinen Fall ein Gelato in der Gelateria Dondoli entgehen lassen, denn das ist wiederholt als das Beste der Welt ausgezeichnet worden… das Anstehen lohnt sich!

In Volterra hat sich widererwartend leider kein Vampir um die Mittagsstunde in der Sonne entblößt also haben wir uns für Pizza in der traditionellen und von Touristen meist wenig besuchten Pizzeria Nanni entschieden… eine gute Alternative 😉

Das Herz der mittelalterlichen Stadt Siena schlägt am Piazzo del Campo. Das hier jeder auf der Erde sitzt und sein Eis schleckt wundert nicht, denn es gibt keinerlei Sitzmöglichkeiten. Aber Vorsicht! Wer hier Eis essen möchte sollte sich nicht über den Tisch ziehen lassen. Hier kostet ein kleiner Becher schnell 9€… lieber etwas weiter gehen und das wundervolle Eis bei „La Vecchia Gelateria“ genießen: kleiner Laden, handgemachtes Eis, normale Preise! Einen „Café al Banco“ also einen Espresso am Tresen mit einem kleinen Dolci im über 100 Jahre alten Café Nannini sollte ebenso wenig fehlen wie der Besuch der Kathedrale.

Die Bäuche gefüllt mit Leckereien und die Köpfe mit wundervollen Eindrücken und Erinnerungen verlassen wir schweren Herzen die Toskana und fahren weiter nach Umbrien… unser Ziel Rom fest vor Augen! Lest also in meinem nächsten Beitrag die Highlights unserer letzten Etappe.

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